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Tschechische Republik
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Adolf Kašpar „Philosophische Geschichte“

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Filosofská historieAusstellung von Illustrationen zum Buch „Filosofská historie" von Alois Jirásek


Veranstalter Regionalmuseum Litomyšl
Geburtswohnung von Bedřich Smetana, vom 10. 6. bis 30. 10. 2011

Im Jahre 2011 erinnern wir uns an den 160. Geburtstag des Schriftstellers Alois Jirásek, der 14 Jahre lang in Litomyšl lebte und hier als Gymnasialprofessor für Geschichte und Geographie tätig war. Aus dem Milieu von Litomyšl schöpfte er Inspiration für seine literarischen Werke, von denen die „Filosofská historie" (Philosophische Geschichte; 1878) die wohl bekannteste ist. Sie erfuhr zahlreiche Herausgaben mit Illustrationen verschiedener Künstler, die von Adolf Kašpar bleiben aber wahrscheinlich unübertroffen. A.Kašpar -Cesta k Litomyšli                            A.Kašpar - Na Žabárně

Adolf Kašpar wurde 1877 in Bludov bei Šumperk geboren. Er absolvierte das Gymnasium und die deutsche Lehrerbildungsanstalt in Olmütz. Er orientierte sich allerdings auf die tschechische Gesellschaft und auf Anregung von Prof. Polívka (dessen „Flora der Böhmischen Kronenländer" er illustrierte), begann er 1898, Motive aus mährischen Volksliedern in Kalender des Olmützer Verlegers R. Promberger zu zeichnen. Promberger gab 1899 Mickiewiczs Ballade „Frau Twardowska" in Übersetzung von K. H. Borovský mit Kašpars Federzeichnungen heraus und führte den Künstler bei H. Schwaigr in Bystřice pod Hostýnem ein. Dieser empfahl Kašpar an die Akademie der bildenden Künste zu M. Pirner (1899-1904). In Prag lernte Kašpar Jan Vilím von der Tschechischen graphischen Union kennen, besuchte die private Graphikschule von Eduard Karl und wohl auch die Druckerwerkstätte von Alessandro de Pian d. Ä.
Adolf Kašpar reiste viel, besuchte die Walachei, die Slowakei, Italien, München, Paris, Venedig, Dubrovnik, Split und Sarajevo, Tirol und Salzburg. Den Sommer verbrachte er häufig in Loštice bei seiner Geburtsstadt Šumperk und in Rusava pod Hostýnem und im Jahre 1934 in der Region Chodsko, wo er in Železná Ruda starb.
Der Maler, Graphiker und Illustrator Adolf Kašpar war Zeitgenosse von Braunerová, Stretti, Šimon und Preissig und schuf zahlreiche Aquarellstudien. In die tschechische Kunst schrieb sich allerdings vor allem als Illustrator ein. Nach den Schwaigr'schen Zeichnungen zum Buch „Pražské ghetto" (Prager Ghetto) von I. Hermann, Z. Wintr und J. Teige wurde er durch Illustrationen zu „Babička" (Die Großmutter) von Božena Němcová allgemein bekannt (Česká grafická unie, 1903). Die Illustrationen gaben den tschechischen Lesern eine bleibende visuelle Vorstellung von Milieu und Personen dieses literarischen Werks und öffneten Kašpar den Weg zu den national-historischen Romanen von Alois Jirásek (Filosofská historie) und Zikmund Wintr. Zu Meilensteinen in der Entwicklung der tschechischen Kunst gehört auch seine Bilderbegleitung zur Folkloresammlung „Kytice z lidového básnictví našim dětem" von František Bartoš, die 1906 bei Promberger erschien. Nach zahlreichen Zeichnungen zu den Märchen „Moravské národní pohádky" von B. M. Kulda, zu Nerudas Erzählungen, zur „Kronika naší rodiny" von F. Táborský etc. folgten dann insbesondere die Illustrationen zu den historischen Romanen „F. L. Věk", „U nás", „Temno" und „Bratrstvo" von Jirásek, „Mistr Kampanus" von Wintr, „Zapadlí vlastenci", „Západ", „O ztraceném ševci" und „Stehle" von Rais.
Kašpars Werk hängt mit der tschechischen Tradition des 19. Jahrhunderts zusammen, ähnlich wie die Tätigkeit des Künstlervereins „Umělecká beseda". Seine Illustrationen gingen von Schwaigrs Zeichnungen, Bildern des deutschen Romantikers L. Richter, von W. Busch, von barocken Holzschnitten und vom Schaffen von Josef Mánes und Mikoláš Aleš aus.
Werke von Adolf Kašpar befinden sich in Sammlungen des Adolf-Kašpar-Denkmals in Loštice, des Heimatkundlichen Instituts in Šumperk, des Nationalen Literaturmuseums in Prag, des Museums Alois Jirásek und Mikoláš Aleš in Prag, des Božena-Němcová-Museums in Česká Skalice, des Heimatkundlichen Museums in Vysoké nad Jizerou sowie in Sammlungen der Kunstmuseen in Ostrau, Olmütz, Prag (NG und GHMP) und Brünn.
(Jaroslav Sedlář)

 
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